Auch während der Pandemie an Krebsvorsorge denken

Da Krebs als zweithäufigste Todesursache in Österreich gilt, spielt die Krebsvorsorge eine wichtige Rolle. Mit Vorsorgeuntersuchungen werden etliche Krebsarten früh erkannt und ermöglichen den rechtzeitigen Beginn einer entsprechenden Behandlung.

Das Linzer Marktforschungsinstitut Spectra befragte im September 2021 insgesamt 1.000 Personen ab 35 Jahren, ob sie sich Gedanken zum Thema Gesundheit und Krebs machen, ob und welche Vorsorgeangebote sie in Anspruch nehmen und welchen Einfluss die Pandemie darauf hat.

Die Befragung ergab, dass sich 39 Prozent über ihre Gesundheit zumindest teilweise Gedanken und Sorgen machen. 32 Prozent beschäftigt die eigene Gesundheit sogar sehr. Ein Drittel der Befragten fühlt sich zumindest teilweise gefährdet, einmal an Krebs zu erkranken. 95 Prozent haben bereits zumindest ein Krebsvorsorgeangebot in Anspruch genommen. Darüber hinaus führt jede zweite befrage Person regelmäßig eine Selbstuntersuchung durch. Allerdings berichten elf Prozent, seit dem Ausbruch der Corona-Pandemie zumindest eines der verschiedenen Krebsvorsorgeangebote oder eine der spezifischen Untersuchungen nicht – wie geplant – in Anspruch genommen zu haben.

Krebsvorsorgeangebote hoch im Kurs

Ganze 95 Prozent der befragten Personen waren zumindest schon einmal bei einer Krebsvorsorgeuntersuchung. Jene, die bislang keines der Angebote nützten, begründen dies in erster Linie mit ihrem Alter („fühle mich noch zu jung dafür“) bzw. der eigenen subjektiven Gesundheit („fühle mich gesund“).

  • Vor allem bei Frauen stehen die Vorsorgeangebote hoch im Kurs: So nahmen knapp neun von zehn der Befragungsteilnehmerinnen eine Mammografie oder Gebärmutterhalskrebs-Früherkennungsuntersuchung in Anspruch
  • Die Männern ab einem Alter von 45 Jahren empfohlene Prostatakrebs- Vorsorgeuntersuchung nahmen bisher nur 26 Prozent der Umfrageteilnehmer in Anspruch. Ein Drittel der Männer war noch nie bei der Prostatakrebsvorsorge, wobei dies vor allem Männer unter 45 Jahren waren.
  • Die ab dem 40. Lebensjahr regelmäßig empfohlene Harnuntersuchung wurde bei etwa acht von zehn Befragten durchgeführt.
  • Für eine Hautkrebs-Vorsorgeuntersuchung haben rund zwei Drittel der Personen bereits zumindest einmal eine dermatologische Praxis aufgesucht, allerdings nur etwa jede zweite Person im Abstand von zumindest adrei bis vier Jahren.
  • Lungenspezifische Untersuchungen wie Lungenröntgen oder Lungenfunktionstest wurden bei sieben von zehn Befragen durchgeführt, wobei etwa ein Drittel zumindest alle drei bis vier Jahre zur Lungenuntersuchung geht.
  • Bei etwa 50 Prozent wurde eine Koloskopie zur Darmkrebs-Vorsorge und bei 40 Prozent eine Gastroskopie durchgeführt, wobei diese Untersuchungen meist Personen ab 55 Jahren durchführen lassen.
  • Beinahe jede zweite befragte Person trägt mittels regelmäßiger Selbstuntersuchung durch Abtasten der Brust, der äußeren Genitalien oder Beobachtung von Veränderungen bei Muttermalen zur Krebsvorsorge bei, wobei dies bei Frauen häufiger der Fall ist als bei Männern.

Krebsvorsorge und Corona

Die Auswertung der Fragen zur Inanspruchnahme von Vorsorgeuntersuchungen seit dem Ausbruch der COVID-19-Pandemie zeigt, dass die Anzahl der üblicherweise wahrgenommenen Krebsvorsorge-Untersuchungen abgenommen hat. So berichteten elf Prozent, dass sie zumindest eines der verschiedenen Krebsvorsorgeangebote oder eine der spezifischen Untersuchungen seit Ausbruch der Corona-Pandemie nicht – wie geplant – in Anspruch genommen haben. Am häufigsten traf dies auf frauenspezifische Vorsorgeangebote (vor allem die Gebärmutterhalskrebs-Vorsorge) und Harnuntersuchungen zu.

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