4LIFECHANGERS – Stechen statt Schneiden: Krebstherapie abseits von Chemo und Operationen

Folge 32: Krebstherapie abseits von Chemotherapie und Operationen: Mit der Radiofrequenzablation werden Tumore verödet, anstatt an ihnen herumzuschneiden. Wie genau das funktioniert, erfahren Sie im Beitrag.

Manchmal kommt alles ganz anders als man denkt. So wird beim Malermeister Johann Lorenser unerwartet Darmkrebs diagnostiziert. Eine niederschmetternde Diagnose. „In dem Moment wo ich vom Hausarzt raus bin, hat es mir die Füße weggezogen im ersten Moment. Wie ich dann mit Professor Dr. Huber gesprochen hab, ist es schon ein bisschen ruhiger geworden“, erzählt Johann. Sein behandelnder Arzt schlägt ihm einen innovativen Eingriff vor und überweist ihn an den Radiologen Reto Bale von den Tirolkliniken Innsbruck. Der soll eine Radiofrequenzablation bei den Tumorzellen durchführen, die in seine Leber gestreut haben.

„Prinzipiell verwenden wir die Methode vor allem in der Leber, bei Lebertumoren oder Metastasen, aber auch bei Knochenherden, Nierentumoren, auch für Weichteilherde verwendbar und diese Methode kann man immer dann verwenden, wenn man irgendeine Struktur im Körper millimetergenau ansteuern möchte“, erklärt Herr Bale.

Krebs heilen mit Radiofrequenzablation

Hierbei werden die Krebszellen mit 60 Grad heißen Nadeln verödet, die mithilfe von Bildern eines Computertomografs, auch CT genannt, punktgenau zum Tumor vorgebracht werden können. Der Patient bekommt von alledem nichts mit, denn der Eingriff findet unter Vollnarkose statt. Die Methode der Radiofrequenzablation ist zwar bereits weit verbreitet, in Innsbruck gibt es allerdings eine Besonderheit. Denn hier werden die CT-Scans mit einem 3D Navigationssystem kombiniert – eine Technik, die der Radiologe in seiner Studienzeit entwickelt hat. Dadurch können mehrere Nadeln gleichzeitig verwendet werden, weshalb mehrere und auch größere Tumore in einem Durchgang zerstört werden können. Was einfach klingt, braucht allerdings ein großes Team an Radiologinnen, Anästhesistinnen und Techniker*innen. Mehr dazu im Beitrag.

Derzeit ist Herr Lorenser tumorfrei und kann sich nun wieder ganz seinen Hobbies widmen. Für seine große Leidenschaft, das Klettern, ist es noch etwas früh, aber das Ziel hat er immer vor Augen: „Es gibt nur eins: Man darf nie zurück denken sondern vorwärts. Die positive Seite. Und das hat mir geholfen, bis jetzt.“

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