4LIFECHANGERS – richtig Essen will gelernt sein

Folge 40: In dieser Sendung geht es ums richtige Essen. Einerseits zeigt der achtjährige Youssef, der bisher von einer Sonde ernährt wurde, wie er spielerisch lernt, wieder selbstständig zu essen. Ums richtige Essen geht es auch beim zweiten Thema der Sendung, der veganen Ernährung. Experten erklären, was diese Ernährungsform der Gesundheit und dem Planeten bringt und worauf man achten sollte.

Was für uns alle das Normalste der Welt ist, schafft der achtjährige Youssef leider noch nicht alleine. Seit bei einer Speiseröhren-Operation nach seiner Geburt ein Fehler passiert ist, kann er nicht selbstständig essen und wird durch eine Sonde ernährt. In einer speziellen Kinder-Reha lernt Youssef mit spielerischem Umgang zu essen, um sich an verschiedene Nahrungsmittel zu gewöhnen.

Dennoch bleibt die Trennung von der Sonde ein schwerer Schritt, nicht nur für Youssef, sondern auch für seine Eltern: Anna Maria Cavini, Ärztliche Direktorin im kokon Bad Erlach, erklärt die schwierige Situation für Eltern und Kind: “Für die Kinder ist das nicht automatisch, dass die Nahrungsmittel zum Mund gehen. Oft besteht eine Abneigung oder eine Angst, weil oft in der Vergangenheit beim Schlucken Schmerzen dagewesen sind. Gleichzeitig ist auch eine große Belastung bei den Eltern vorhanden. Sie haben jahrelang ums Überleben der Kinder gekämpft. Da ist ein großer Druck, dass das Kind nicht verhungert.“ Doch Youssef ist von der Reha angetan und hat sich nun selbst ein Ziel gesetzt: Bis zu seinem neunten Geburtstag möchte er essen können. Wir wünschen ihm dabei alles Gute!

Weiteres Thema der Sendung: Vegan richtig essen

Etwa 80.000 Menschen in Österreich leben vegan. Für viele steht dabei der ökologischer Gedanke im Vordergrund. “Wenn man das große Bild betrachtet, wäre es gut, wenn wir mehr Leute hätten, die vegan sind. Denn unser Planet ist schon überbelastet und stark gefordert mit der Weidewirtschaft, mit einem Überangebot an Fleischkonsum. Und es tut auch der Gesundheit nicht gut. Wir essen in der Tat zu viel Fleisch,” erklärt Wolfgang Friess, Mitbegründer von FAMVITAL.

Jedoch gilt es gerade bei einem veganen Lebensstil auf eine bewusste Ernährung zu achten, um mögliche Mangelerscheinungen zu vermeiden. Sollten Müdigkeit, Unwohlsein, Schlappheit, Depressionen oder gar Krankheiten auftreten, ist es empfehlenswert, sich ärztlich abchecken zu lassen.

“Man kann jetzt nicht unbedingt sagen, dass Veganer oder Veganerinnen mehr Nährstoffmängel haben. Zum Beispiel Eisen. Das ist so ein typischer Mineralstoff, wo man weiß, das ist viel in Fleisch enthalten. Aber Untersuchungen zeigen, dass Veganerinnen nicht unbedingt mehr von einem Eisenmangel betroffen sind,” erklärt Frauke Ostermann, Ökotophologin und Ernährungsberaterin, und informiert, worauf man bei der veganen Ernährung achten sollte. “Besonders kritisch ist das Vitamin B12, das finden wir in unseren gängigen Lebensmitteln nur in tierischen Lebensmitteln. Also: Das muss man auf alle Fälle in Form eines Nahrungsergänzungsmittels einnehmen. Dann sollte man noch ein bisschen auf die Mineralstoffe achten. Weil bei einer veganen Ernährung ja auch kein Fisch und keine Meeresfrüchte verzehrt werden, muss man einmal auf das Jod ein Auge drauf werfen und auf die Omega3-Fettsäuren.”

Pflanzliche Lebensmittel können uns in der Regel alle wichtigen Nährstoffe liefern. Der tägliche Konsum von Hülsenfrüchten und Nüssen deckt etwa den Eisen- und Kalziumbedarf. Sollte das nicht ausreichen, helfen dann Nahrungsergänzungsmittel aus.

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