Meditation: Wenn die Psyche Ruhe braucht 

In Zeiten wie diesen nehmen Ängste, Sorgen, Überforderung – kurz gesagt: emotionaler Stress – oft überhand. Wir fassen zusammen, wie Meditation hierbei eine Möglichkeit zum Abschalten darstellt, die zwar gratis, aber keinesfalls umsonst ist. 

Das Wort „Meditation” wird vom lateinischen „meditatio” abgeleitet und bedeutet „Ausrichtung zur Mitte“. Genau dabei geht es bei der alten und bewährten Entspannungs-Praktik: Zu sich selbst zu finden, negative Gedanken ziehen zu lassen und emotionalen Stress nachhaltig zu reduzieren.

Entschleunigung in einer beschleunigten Welt

In unserer schnelllebigen Welt wird es zunehmends schwieriger, zur Ruhe zu kommen. Nachrichten über die Coronapandemie, Krieg, Klimawandel und düstere Zukunftsperspektiven dominieren unseren Bildschirm-orientierten Alltag. Sich im digitalen Zeitalter von den News zu distanzieren, die minütlich auf unseren Smartphones und Laptops aufploppen, ist alles andere als einfach. Umso wichtiger wird es, dass wir uns bewusst Auszeiten nehmen, in denen wir alles Negative um uns herum ausblenden und loslassen. Meditationsübungen können hierbei helfen. 

Studien zeigen: Meditation reduziert Stress

Mittels Gehirnstrommessungen kann man sehen, dass bestimmte Gehirnareale während einer Meditation aktiver werden, andere weniger (…) Bei einer Achtsamkeitsmeditation etwa wird vor allem der vordere Stirnlappenbereich, der präfrontale Cortex, aktiviert „, erklärt Allgemeinmediziner und Buchautor Wolf-Dieter Nagl („Denke, was dein Herz fühlt”) im Interview mit dem Standard. Der präfrontale Kortex spielt unter anderem bei der Bewertung des Schmerzreizes eine entscheidende Rolle. Der linke Stirnlappen ist wiederum maßgeblich an der Steuerung unseres Angstzentrums beteiligt – im Zuge der Meditation wird die Aktivität dieses Zentrums reduziert. Die Folge: Wir entspannen uns und können Ängste und Sorgen besser loslassen. 

Selbst im Haar lässt sich Stressreduktion durch Meditation nachweisen. Im Zuge einer Langzeit-Untersuchung des Max-Planck-Instituts in Berlin fanden Forscher:innen heraus, dass die Menge des Stresshormons Cortisol im Haar durch regelmäßige Meditation nachweislich abnimmt.

Meditation für Anfänger:innen

Eine Studie des University College Groningen zeigt, dass 15 Minuten Meditieren täglich bei den Teilnehmer:innen zu einer besseren Stimmung und einem kompetenteren Umgang mit Stresssituationen führten. Der erste Schritt zur Meditation besteht darin, einen Ort zu finden, an dem man sich bestmöglich entspannen kann. Ist dieser gefunden, begibt man sich in eine gemütliche Sitzposition, schließt die Augen und konzentriert sich auf die Atmung, ein Mantra (z.B. „Om”) oder auch ein spezielles Sinnerlebnis (z.B. das Hören oder das Riechen).

Finde die richtige Meditation für dich

Es gibt eine Vielzahl an verschiedenen Meditationsformen – am Anfang fällt es vielen Menschen am leichtesten, sich auf die Nasenatmung zu konzentrieren. So kann man z.B. 5 bis 10 Minuten lang beim Einatmen bis vier und beim Ausatmen bis acht zählen. Wenn dabei Gedanken in den Kopf schießen, versucht man bewusst, diese loszulassen und immer wieder zur Atmung zurückzukehren.

Im Internet finden sich zahlreiche Meditationsübungen – probiere aus, was dich anspricht und du wirst die passenden Übungen für dich finden. Zentral ist hierbei die Konsequenz. Wer es schafft, täglich 10-15 Minuten der Meditation zu widmen, wird die positiven Wirkungen der Entspannungstechnik bald am eigenen Leibe spüren.

VORHERIGER ARTIKEL4LIFECHANGERS – Resilienz: Die psychische Widerstandskraft stärken
NÄCHSTER ARTIKEL4LIFECHANGERS – Kindergarten für Erwachsene: Infantil und psychisch stabil